LECTURE & FILM: VORTRAG VON PROF. PHILIP URSPRUNG

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[threefourths_columns ] Mehr als jeder andere Regisseur ist Jean-Luc Godard Philosoph, genauer: ein Geschichtsphilosoph des Kinos. Mit seinen frühen Werken beginnt eine Film-Epoche, in der Regisseure über die Geschichte ihrer Kunst reflektieren und sie mit ihren Filmen bewusst aufgreifen und weiterspinnen. Godard hat überdies die Geschichte des Kinos filmisch dokumentiert, etwa in seinem großen Filmessay HISTOIRE(S) DU CINÉMA (1988-1998). Immer wieder hat Godard die Frage gestellt, was nach dem Kino kommt.

[reveal title = „Mehr“]

Die Lecture-Reihe nimmt das Werk Godards zum Anstoß und Ausgangspunkt für eine vielstimmige Reflexion über die Geschichte und die Zukunft des Kinos. Bis Juli 2013 kommen Regisseure, Filmwissenschaftler, Kunsthistoriker, Philosophen und Schriftsteller zu Wort, die jeweils einen Faden aus einem Film Godards aufgreifen und weiterentwickeln. Ergänzt wird die Reihe durch weitere Filme Godards und durch Werke, über die der Regisseur und Autor Kritiken in den Cahiers du Cinéma verfasst hat. Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt (Lehrstuhl für neuere und neueste Kunstgeschichte, Prof. Regine Prange & Lehrstuhl für Filmwissenschaft, Prof. Vinzenz Hediger).

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Hauptstadt des Schmerzes: Godards ALPHAVILLE
und die dunkle Seite des Wohlfahrtsstaates

Lecture von Prof. Philip Ursprung

 

In ALPHAVILLE (1965) schildert Jean-Luc Godard eine Stadt, deren Bewohner, von der Außenwelt isoliert, den Anweisungen eines Computers folgen. Alpha 60, das „Herz“ der Stadt, ist der Kontrolle der Menschen entglitten und beherrscht nun die Einwohner. Der Film ist in schwarz-weiß gedreht und erinnert an den Stil des Film noir. Während dieser in den Ruinen der Industriegesellschaft spielt, nimmt ALPHAVILLE die Ruinen der Informationsgesellschaft vorweg. Als Kulissen fungieren die Neubauten der 1960er Jahre, Rasterarchitekturen der Bürokratie und des sozialen Wohnungsbaus. Es sind die Räume des Nachkriegs-Wohlfahrtsstaates, welche die Bürger zugleich schützen und kontrollieren. Philip Ursprung unternimmt in seinem Vortrag eine Annäherung an Fragen wie: Wie lässt sich der Film ALPHAVILLE in Beziehung setzen zur damaligen Architekturdiskussion? Welches ist der politische und ökonomische Kontext? Was macht den Film angesichts des Zerfalls des Wohlfahrtsstaates aus heutiger Sicht brisant?

Philip Ursprung ist Professor für Architekturgeschichte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich.

 

ALPHAVILLE  Lemmy Caution gegen Alpha 60

Frankreich/Italien 1965. R: Jean-Luc Godard.
D: Eddie Constantine, Anna Karina. 99 Min. 35mm. OmU

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In der Zukunftsstadt Alphaville ist der freie Gedanke verboten, Kultur und Emotionen sind ausgelöscht. Ein von Professor von Braun erfundener Computer, Alpha 60, ersetzt menschliche Werte durch Versatzstücke nüchterner Wissenschaft und diktatorisch-korrumpierter Logik. Geheimagent Lemmy Caution wird beauftragt, Professor von Braun zu töten und Alpha 60 zu vernichten. Godard inszeniert Caution in Anlehnung an die Privatdetektive des Film noir, aber auch als Repräsentanten einer noch nicht von Maschinen kontrollierten „alten Welt“, deren Poesie und Humanität er als mächtiger erachtet als jedes Rechensystem.

[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last] Donnerstag, 15.11. 2012

Vortrag: 20:15 Uhr
Film
: ca. 21:15 Uhr

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