Ein Abend für Hilmar Hoffmann – August 2018

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[threefourths_columns]Das „Haus für den Film“ am Frankfurter Museumsufer verdankt Hilmar Hoffmann nicht weniger als seine Existenz. Der 1970 zum Kulturdezernenten der Stadt gewählte Filmhistoriker hatte am Main – trotz Widerstands aus der Filmwirtschaft – als eine seiner ersten Amtshandlungen das Kommunale Kino durchgesetzt, das 1971 eröffnet wurde. Angeregt durch den Erfolg des Frankfurter Vorbilds sollten sich in der Bundesrepublik schließlich mehr als 150 Kinos in kommunaler Trägerschaft bilden.

Bis zu seinem letzten Buch „Generation Hitlerjugend“ (2018) wollte Hilmar Hoffmann der manipulativen Kraft von Filmen auf den Grund gehen und verstehen, was ihn als Jugendlichen am NS-Kino fasziniert hatte. Aus diesem Bedürfnis hatte er nach 1950 ein kulturpolitisches Programm entwickelt, das ihn zum Pionier der Filmkultur im Nachkriegsdeutschland werden ließ: Es beruhte auf Vertrautheit mit der Filmgeschichte, der Analyse Pionier der Filmkultur filmsprachlicher Ausdrucksmittel sowie der Vermittlung filmkultureller Bildung.

Nicht von ungefähr war eines der ersten neuen Häuser, die Hilmar Hoffmann dem CDU-Oberbürgermeister Walter Wallmann für ein künftiges Museumsufer nahelegte, ein „Haus für den Film“. In seinem bis heute vielzitierten Werk „Kultur für alle“ (1979) hatte Hoffmann die Institution Museum als Bildungseinrichtung ohne gesellschaftliche Schranken definiert. Mit der Eröffnung des Deutschen Filmmuseums versammelte er 1984 gemeinsam mit Gründungsdirektor Walter Schobert schließlich drei Institutionen unter einem Dach: das Museum mit vielfältigen Ausstellungen, das Kino mit ambitioniertem Programm und das Deutsche Filminstitut mit herausragenden Archiven. 2006 sollte aus Dreien eins werden. Als 1993 das Kommunale Kino geschlossen werden sollte, griff Hoffmann entschieden ein und orchestrierte dank seiner Beziehungen den nationalen und internationalen Protest. Kurzerhand gründete er einen Freundeskreis, sammelte Spenden und brachte eine Pressemitteilung zur Rettung des Kinos heraus, in der er an die Signalwirkung dieser Frankfurter Institution für die deutsche und europäische Filmkultur erinnerte.

Die Integration des Deutschen Filmmuseums samt seines Kommunalen Kinos in das Deutsche Filminstitut – DIF (2006) begleitete Hilmar Hoffmann als dessen Verwaltungsratsvorsitzender überaus aktiv. In der Folge unterstützte er Claudia Dillmann, bis Herbst 2017 Direktorin des DIF, darin, den Umbau des Hauses zu finanzieren. Im August 2011 konnte sein rundum erneuertes „Haus für den Film“ im Beisein des damaligen Kulturstaatsministers Bernd Neumann und zahlreicher prominenter Filmschaffender strahlend wiedereröffnet werden. DIF-Vorstand Nikolaus Hensel erinnert an die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Verwaltungsratsvorsitzenden Hilmar Hoffmann und ihm als Vorstand des Instituts: „Ich werde ihn vermissen. Frankfurt verliert mit ihm einen Kulturpolitiker und Menschen von außergewöhnlichem Format.“

Die neue Direktorin des Deutschen Filminstituts, Ellen Harrington, hatte kurz nach ihrem Amtsantritt im Januar dieses Jahres Hilmar Hoffmann zu Hause besucht. Ellen Harrington: „Ich habe größten Respekt vor den Leistungen dieses Mannes; seine visionären kulturpolitischen Ideen haben dazu geführt, dass Frankfurt international als Standort für Filmkultur und -bildung bekannt ist. Hilmar Hoffmanns Tod ist ein ausgesprochen schwerer Verlust für die deutsche Filmkultur. Er wird mir wie auch dem gesamten Team des Deutschen Filminstituts sehr fehlen.“

Getreu seines Mottos „Kultur für Alle“, kostenloser Besuch unserer Dauer- und Sonderausstellung von 18 bis 22 Uhr.

[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last]Freier Eintritt!

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ICH MÖCHTE LIEBER NICHT

Deutschland 2012. R: Anna Hepp. Dokumentarfilm. 15 Min.

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hoffmann

Filmisches Porträt und sehr persönliches Filmessay über den faszinierenden und eigenwilligen Grandseigneur der deutschen Kulturpolitik.

HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN

Deutschland 2015. R: Hanna Laura Klar. Dokumentarfilm. 20 Min.

KLEINER MANN WAS TUN?

BRD 1981. R: Klaus Werner, Uschi Madeisky. 81 Min. 35mm.

Film über die Familie Akar, die Deutschland verlassen soll und deren letzte Hoffnung Behördenleiter Remptlinkeling ist, verkörpert von Hilmar Hoffmann.

[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last]Mittwoch, 22.08.2018
18:30 Uhr, Foyer, Deutsches Filmmuseum
Mit Gästen

Danach
20:00 Uhr, Kino

Freier Eintritt!

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