[imageeffect type=“shadow“ width=“769″ height=“328″ shadow=“shadow-medium“ alt=“Header Charlotte Rampling“ url=“/wp-content/uploads/2013/04/seidlheader.jpg“ ]

[threefourths_columns ]Wie Thomas Bernhard und Elfriede Jelinek in der Literatur verfolgt der 1952 in Wien geborene Ulrich Seidl seit mehr als 30 Jahren eine polemische und sehr persönliche Auseinandersetzung mit der Befindlichkeit seiner österreichischen Heimat. Mit seiner PARADIES-Trilogie, deren Untertitel auf Ödön von Horváths Drama Glaube Liebe Hoffnung beruht, gelang Seidl nun ein veritabler Coup, indem er es schaffte, die einzelnen Teile nacheinander auf den drei wichtigen Filmfestivals in Cannes, Venedig und Berlin uraufzuführen. Diesen künstlerischen wie rezeptiven Höhepunkt in Seidls bisheriger Karriere würdigt unsere Retrospektive, die alle seine für das Kino produzierten, teilweise ausgesprochen selten zu sehenden Filme versammelt. Am Dienstag, 28. Mai, wird Ulrich Seidl nach mehr als 20 Jahren zum zweiten Mal bei uns zu Gast sein, bei seinem ersten Besuch präsentierte er MIT VERLUST IST ZU RECHNEN. Er wird den dritten Teil der Paradies-Trilogie, HOFFNUNG, vorstellen und im Anschluss mit dem Filmkritiker Daniel Kothenschulte sprechen.

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EINSVIERZIG Österreich 1980. R: Ulrich Seidl. 16 Min. Digi-Beta
DER BALL Österreich 1982. R: Ulrich Seidl. 50 Min. 16mm
BRÜDER, LASST UNS LUSTIG SEIN Österreich 2006. R: U. Seidl. 1 Min. 35mm

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einsvierzig
EINSVIERZIG war der erste Film, den Seidl auf der Wiener Filmakademie drehte. Darin porträtiert er den kleinwüchsigen Karl Wallner in privater Umgebung, auf der Arbeit und in seiner Freizeit. Für DER BALL reiste Seidl in das niederösterreichische Horn, wo er aufwuchs, um den Schulabschluss-Ball der Gymnasiasten zu filmen. Weil seinen Lehrern die formale Gestaltung missfiel, flog er von der Filmakademie. Der dritte Kurzfilm entstand im Auftrag des Mozartjahres 2006: Zu dem Sklavenlied aus Mozarts Oper Zaide befriedigen sich zwei Männer im Schlummerlicht.

[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last] Donnerstag, 02.05.2013
18:00 Uhr

 

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GOOD NEWS
Österreich 1990. R: Ulrich Seidl
Dokumentarfilm. 130 Min. 35mm

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Good News
Seidls erster Langfilm enthält bereits viele inhaltliche und gestalterische Komponenten, die prägend für sein späteres Werk werden sollten: GOOD NEWS dokumentiert das Leben von Zeitungsverkäufern, sogenannter Kolporteure, dem er in dialektischem Kontrast die Welt der Zeitungsleser in den gemütlich-bieder eingerichteten österreichischen Wohnzimmern entgegenhält. In langen, kommentarlosen Einstellungen filmt er den trostlosen Alltag der Kolporteure, fast alle mit Migrationshintergrund, um „über die Beobachtung von fremden Welten den Blick auf den eigenen Alltag und dessen Wahnsinn“ (Seidl) zu lenken.

[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last] Freitag, 03.05.2013
20:00 Uhr

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MIT VERLUST IST ZU RECHNEN
Österreich 1992. R: Ulrich Seidl
D: Paula Hutterová, Sepp Paur. 118 Min. 35mm. OmU

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Mit Verlust ist zu rechnen
Seidls auf zahlreichen Festivals gezeigter, vielfach ausgezeichneter Film mischt Dokumentar- und Spielfilmelemente, um die Geschichte von Sepp Paur zu erzählen. Der Witwer lebt in einem kleinen österreichischen Dorf nahe der Grenze zu Tschechien und hält mit einem Fernrohr Ausschau nach einer Frau. Seinen Blick richtet er dabei über die Grenze, wo die Witwe Paula lebt. Sie gehört zu den wenigen Deutschstämmigen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Tschechoslowakei bleiben durften. Der Zusammenbruch des Ostblocks bietet nun Chancen für eine erfolgreiche Brautwerbung.


[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last]Donnerstag, 09.05.2013
18:00 Uhr

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TIERISCHE LIEBE
Österreich 1995. R: Ulrich Seidl
Dokumentarfilm. 114 Min. 35mm. OmU

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Tierische Liebe
TIERISCHE LIEBE handelt von Menschen aus Wien, die der zwischenmenschlichen Kommunikation überdrüssig geworden sind und darum Tiere zu Lebensgefährten, Bettgenossen und Ansprechpartnern ausgewählt haben. Obwohl Werner Herzog nach Betrachtung dieses Films bekannte, „noch nie im Kino so geradewegs in die Hölle geschaut“ zu haben, ist Seidls Dokument alles andere als eine spekulative Groteskenschau über ein tabuisiertes Thema. Sein Blick in die verschiedenen Wohnungen hält in neutral-ästhetischen Tableaus eine Zärtlichkeit fest, die in den meisten seiner nur mit Menschen besetzten Filme nicht existiert.


[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last]Freitag, 10.05.2013
20:30 Uhr

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MODELS
Österreich 1998. R: Ulrich Seidl
D: Vivian Bartsch, Tanja Petrovsky, Lisa Grossmann. 118 Min. 35mm

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Models
Vivian, Lisa und Tanja verdienen ihren Lebensunterhalt als Models. Ihr beruflicher Alltag besteht dabei hauptsächlich aus erniedrigenden Castings, hastigem Essen mitsamt anschließendem Erbrechen, Sex aus Karriereerwägungen und Drogen. Seidls agile Kamera bleibt hautnah an seinen Protagonistinnen, die ihre Erzählungen oftmals direkt in die als Spiegel getarnte Kamera richten. Der vollständig improvisierte Spielfilm, der sich das Gewand eines dokumentarischen Werkes überzieht, illustriert die soziale Leere eines Berufs, dessen Akteure nicht weniger Ware sind als die Kleidung, die sie präsentieren.


[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last] Sonntag, 12.05.2013
17:30 Uhr

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HUNDSTAGE
Österreich 2001. R: Ulrich Seidl
D: Maria Hofstätter, Alfred Mrva, Franziska Weiß. 121 Min. 35mm

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Hundstage
HUNDSTAGE bezeichnet die Zeit zwischen dem 24. Juli und 23. August, in der es in Mitteleuropa gemeinhin besonders heiß wird. So auch an einem Wochenende in einigen Ortschaften südlich von Wien, wo die Hitze auf das Gemüt der Bewohner drückt. In sechs episodischen Geschichten, die schließlich zusammengeführt werden, erzählt Seidls erster offizieller Spielfilm von alltäglicher Aggression, Einsamkeit und Sprachlosigkeit. „Es gab ein Drehbuch, aber keine geschriebenen Dialoge, es gab Schauspieler, aber mehr Nicht-Schauspieler, und es gab eine dokumentarische Arbeitsmethode“ (Seidl).


[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last] Donnerstag, 16.05.2013
18:00 Uhr

Donnerstag, 30.05. 2013
17:30 Uhr

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ZUR LAGE
Österreich 2002. R: Barbara Albert, Michael Glawogger, Ulrich Seidl,
Michael Sturminger. Dokumentarfilm. 85 Min. 35mm

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Zur Lage
Für ZUR LAGE schloss sich Seidl mit drei weiteren österreichischen Regisseuren zusammen, nachdem die rechtsgerichtete Partei FPÖ unter ihrem schillernden Vorsitzenden Haider seit 1999 an der Regierung beteiligt war. Das als „Widerstandsfilm“ (Seidl) angelegte Projekt sollte Stimmungsbilder der Bürger einholen, mit besonderem Augenmerk auf latenten und offenen (Alltags-)Rassismus. In seiner Episode porträtiert Seidl einen notorischen Leserbriefschreiber und ein betrunkenes Ehepaar, das sich zur Rettung des vermeintlich von Ausländern bedrohten Vaterlands berufen sieht.


[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last] Freitag, 17.05. 2013
18:00 Uhr

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JESUS, DU WEISST
Österreich 2003. R: Ulrich Seidl
Dokumentarfilm. 87 Min. 35mm

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Jesus, Du weisst

Religion und ihre Erscheinungsformen sind ein wiederkehrendes Motiv in Seidls Werk, der selbst in einer streng religiösen Ärztefamilie aufgewachsen ist und sich nach eigener Aussage als Kämpfer gegen die oftmals damit einhergehende Heuchelei und Verlogenheit sieht. Von diesem Ansinnen scheint JESUS, DU WEISST allerdings frei. Darin wird anhand von sechs tief in ihren Glauben versunkenen Menschen ein umfassendes Bild privater Religionsausübung gezeichnet. Der gekreuzigte Jesus als Gegenstand der Anbetung kann diesen Menschen sowohl väterlicher Freund als auch der Rächer der eigenen Ehre sein – oder sogar Ohr für erotische Phantasien.


[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last] Sonntag, 19.05.2013
18:00 Uhr

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IMPORT EXPORT
Österreich 2007. R: Ulrich Seidl. D: Ekateryna Rak, Paul Hofmann,
Maria Hofstätter. 135 Min. 35mm. OmU

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Import Export
Während Olga in der Hoffnung auf ein besseres Leben aus der Ukraine nach Österreich reist, wo sie Anstellung in einer Geriatrie findet, schließt sich der etwa gleichaltrige Paul seinem Stiefvater an, der sein Geld unter anderem mit dem Aufstellen von Spielautomaten in der Ukraine verdient. Mit anfangs unbeteiligtem Blick nimmt er die Armut wahr, die Menschen erniedrigt und zur Ware macht. Seidls zweiter Spielfilm enthält einige der wohl drastischsten Aufnahmen seines Werkes, gerade, weil die Trostlosigkeit seiner Schauplätze augenscheinlich nur Abbild der Realität ist.


[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last]Dienstag, 21.05.2013
20:00 Uhr

Freitag, 31.05.2013
20:15 Uhr

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PARADIES: LIEBE
Österreich/Deutschland/Frankreich 2012. R: Ulrich Seidl. D: Margarethe
Tiesel, Peter Kazungu, Inge Maux. 120 Min. 35mm. dt./engl./suahel. OF

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Paradies Liebe
Zu Beginn des ersten Teils der PARADIES-Trilogie setzt die 50-jährige Alleinerziehende Teresa ihre Tochter Melanie bei ihrer Tante Anna Maria ab. Anschließend verreist sie in den Urlaub nach Kenia, wo sie auf Landsfrauen trifft, die das gleiche Ziel verfolgen, nämlich sexuelle Erfüllung in den Armen der einheimischen Beachboys. Nach anfänglichem Zögern lässt sich Teresa auf die Intimität ein, in der sich letztlich ihr Dilemma offenbart: mit kolonialem Gestus gibt sie den Sexarbeitern genaue Anweisungen, aber erhofft sich insgeheim Aufrichtigkeit von den jungen Liebhabern.


[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last] Freitag, 24.05.2013
20:15 Uhr

Sonntag, 26.05.2013
18:15 Uhr

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PARADIES: GLAUBE
Österreich/Deutschland/Frankreich 2012. R: Ulrich Seidl
D: Maria Hofstätter, Nabil Saleh, Natalija Baranova. 113 Min. 35mm

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Paradies Glaube
Im Mittelpunkt des zweiten Teils der PARADIES-Trilogie, der beim Filmfestival in Venedig den Spezialpreis der Jury gewann, steht Anna Maria. Maria Hofstätter verkörpert diese alleinstehende Frau mittleren Alters brillant. Abseits ihrer Arbeit als Krankenschwester zieht sie mit einer Wandermuttergottes-Statue umher, um Menschen zum Katholizismus zu bekehren. Eines Tages kehrt unerwartet ihr Ex-Mann zurück: ein gehbehinderter Ägypter, der seine Rechte als Ehemann wieder einfordert und die Standfestigkeit ihres Glaubens erschüttert.


[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last] Sonntag, 26.05.2013
20:30 Uhr

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PARADIES: HOFFNUNG
Österreich/Deutschland/Frankreich 2012. R: Ulrich Seidl
D: Melanie Lenz, Joseph Lorenz, Michael Thomas. 91 Min. 35mm

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Paradies Hoffnung
Teresas pubertierende Tochter Melanie verbringt ihre Sommerferien in einem streng geführten Diätcamp in der österreichischen Provinz. Das offizielle Programm besteht aus choreographierter Sporterziehung und Ernährungsberatung, während die Teilnehmer abends ihre ersten Zigaretten rauchen und ihre Probleme bereden. Dann verliebt Melanie sich in den 40 Jahre älteren Leiter des Camps, der gegen ihre Verführungsversuche ankämpfen muss. Der Abschluss der Trilogie besitzt den scheinbar leichtesten Ton aller drei Teile, setzt sich aber ernsthaft mit den Träumen und Wünschen der jungen Protagonistin auseinander.


[/threefourths_columns] [onefourth_columns_last] Dienstag, 28.05.2013
20:00 Uhr

In Anwesenheit von Ulrich Seidl

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